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Februar 2006

München, am Dienstag den  14. Februar 2006. 17 Uhr 30

Der Tod einer Liebe

löst immer ein Desaster im Weltall aus. Ham ses nichn bissken kleener? Nein. Paracelsus sagt: „Berühre eine Blume, und die Sterne erzittern.“ Um wieviel mehr der Tod einer Liebe.

Gibt es eine trostlosere Geste als die des linken Armes am frühen Morgen hin zum Bett, wo das geliebte Fleisch liegen sollte, aber dann liegt es da nicht? Und Frauenseele erinnert sich, dass er in letzter Zeit öfter mal was gefaselt hat von „Deine Art, mit dem Alltag umzugehen…“ Meine Art, mit dem Alltag umzugehen? Ich muss aufstehen. Meinte er das? Nein, ich kann nicht bekennen, dass ich ihn rundherum groß geliebt habe, nein. Aber ich hoffte auf die Zukunft, es lag doch so viel vor uns… Was denn? Naja, zumindest Zeit, die Lust am Anderen hätte doch größer werden können. Hätte sie? Wachsen können. Hätte sie? Was tun? Einen Tag leben als wärs einer wie jeder andere? So tun, als sei mir kein Mann aus dem Bett gefallen? Klingt gut. Oder das Fenster aufreißen und nackt aufs Fensterbrett springen und schreien: „Hier ist ein Bett freigeworden. Aber nur für Männer!“ Mädchen, warte nur, bis dich das ganze Elend überkommt und du nichts mehr brauchst als das Kopfkissen zum Reinheulen. Kommt abends, keine Sorge. Was könnte ich heute Abend tun? Ins Kissen heulen. Ach so, ja. Es ist doch nur eine wahnsinnig kleine Delle oder ein kleines Loch im großen weltumspannenden Gefühlsnetz. Ja, nun ja, der Tod einer winzigen Hoffnung.

Es ist ein Desaster im Weltall.

                                       Bis morgen, Ihr Blogger 84

München, am Montag, den 13. Februar 2006, 17 Uhr 30

Aber abergläubisch sind wir nicht!

Ich mache mir sicher keine Freunde, wenn ich die Winter-Olympiade da hinten in Turin nur Quatsch mit Sauce nenne.

Soll ein Kind seinen Vater gefragt haben: „Pappi, was ist eigentlich eine Hundertstel Sekunde?“ Soll der Vater kleine Schwierigkeiten gehabt haben zu antworten: „Naja, also – eine Sekunde geteilt durch hundert, – der hundertste Teil einer Sekunde.“ Der Sohn fährt mit dem Arm ganz schnell durch die Luft: „Sowas?“ „Nein, viel, viel, viel kürzer.“ „Wenn die Annie Friesinger zwei Hundertstel Sekunden an einer Medaille vorbeigeschrammt ist, – hat die denn nun verloren?“ „Rein technologisch, ja.“ „Alles klar. Jagen die Eiskunstläufer auch nach Hundertstel Sekunden?“ „Nein, da sitzen Richter, – da geht’s etwas menschlicher zu.“ „Freu ich mich drauf.“

Sollte die Winter-Olympiade da hinten in Turin doch nicht nur Quatsch mit Sauce sein?

                                      Bis morgen, Ihr Blogger 84

 

 

Sonntag, den 12. Februar 2006, 17 Uhr 30

Die Geburt einer Liebe

wird im Himmel beschlossen. Das habe ich von dem Philosophen Moses Mendelssohn gelernt, als er auf Freiersfüßen in Hamburg ging, im 18. Jahrhundert. Er war bucklig und deshalb als Freier einigermaßen benachteiligt. Er kam aus Berlin und besuchte auch den Kaufmann Gugenheimer. Der bat ihn, doch bitte hinaufzugehen und seine Tochter Fromet zu besuchen, der er viel von dem Verfasser bekannter Bücher, erzählt habe. Das tut Moses Mendelssohn.

Am nächsten Tag kommt er wieder und möchte zu gerne wissen, was denn Fromet von ihm gehalten habe. Offensichtlich hat er sich in sie verliebt. Kaufmann Gugenheimer druckst herum. Mendelssohn sprichts aus: „Sie war erschrocken, weil ich einen Buckel habe.“ Gugenheim nickt, bittet ihn aber, dennoch hinaufzugehen und sich von ihr zu verabschieden. Also sitzt er wieder bei dem schönen Mädchen und leidet darunter, dass sie über eine Näharbeit gebückt sitzt und nie zu ihm aufblickt. Schließlich fragt sie: „Glauben Sie auch, dass die Ehen im Himmel geschlossen werden?“ Der Philosoph nutzt die Gelegenheit, bejaht die Frage und fügt hinzu: „Bei der Geburt eines Kindes wird im Himmel ausgerufen: Der und der bekommt die und die. Wie ich nun geboren wurde, wird mir auch meine Frau ausgerufen. Dabei wird erwähnt: sie werde leider einen Buckel haben, einen schrecklichen. Da habe ich gerufen: Lieber Gott, ein verwachsenes Mädchen wird leicht bitter, ein Mädchen soll schön sein, gib mir den Buckel und lass das Mädchen schlank gewachsen und wohlgefällig sein.“ Da blickte Fromet zum ersten Mal von ihrer Näharbeit auf, sah ihn und fiel ihm um den Hals.

Es wurde eine lange und sehr glückliche Ehe.

                                      Bis morgen, Ihr Blogger 84

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