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Dezember 2006

München, am Dienstag, den 19. Dezember 2006, 17 Uhr 30

Sagt in München

eine Preußin aus Berlin zu ihrer ebenfalls preußischen Freundin aus Uckermünde: „Er will mit mir in die Schwammerl  fahren.“

Sagt die aus Uckermünde: „Was heißtn das?“
„Das weiß ich eben nicht.“
„Schwammerl? Ich auch nicht.“
„Vielleicht heißt Schwammerl Bett?“
„Aber wieso fahren?“
„Ja, heißt sicher nicht Bett – schade…“

                                     Bis bald, Ihr Blogger 84

 

München, am Samstag, den 16. Dezember 2006, 17 Uhr 30

Immer mal nachdenken,

ob der Moralhaufen, den man im Laufe eines langen Lebens angehäuft hat, nicht eher ein Scherben- und Trümmerhaufen ist. Wieviel Kränkung, ja Verletzung man mit strammer Haltung und selbstbefriedigendem Edelmut angerichtet hat. Nur wenn Moral eine frivol flatternde Fahne im Wind ist, sekündlich bruchgefährdet, ist sie erträglich. Nun aber nicht immer nur stur aufs Fähnlein schauen. Der Heilige Geist ist ein gutes Leittier und ein sicherer Schutz. Tauben habens manchmal schwer im Sturm. Aber sie meiden den Sturm tunlichst, fliegen in den Windschatten.

Tunlichst: wieder mal son schönes altertümliches Wort. Der Duden schreibt da nicht veraltet, sondern ‚veraltend‘, ist also dabei zu veralten. Da muss ich ein bisschen lachen.

                                     Bis bald, Ihr Blogger 84

 

München, am Donnerstag, den 14.Dezember 2006, 17 Uhr 30

Ich stelle es mir

entsetzlich vor: Erst hat man die Betten durchwühlt, hat gejuchzt und geschrieen, hat gar Pläne geschmiedet. Und dann ist plötzlich alles still. Trennung im Guten. „Wir wollen Freunde bleiben.“ Ha! Ohne dass ein Dritter zwischengefunkt hätte. Passiert täglich vieltausendmal. Ich kanns mir nicht vorstellen, weil ich nie so gelebt habe, immer sehr zögerlich war, ehe ich mit Einer Betten durchwühlte. Komischer Heiliger, haha. Es muss Trennungen geben können, sie sind jedenfalls besser als Mord und Totschlag. Dennoch: Aus-ein-ander. Kein Selbstmord, aber ich stürbe. Was ist das für ein Wahnsinnskonjunktiv! Steht aber so im Duden

                                     Bis bald, Ihr Blogger 84

 

München, am Dienstag, den 12. Dezember 2006, 17 Uhr 30

Gott

ist Schöpfer, dem Menschen unergründlich. Nicht mehr. Nicht weniger. „Wieso hat Gott Pinochet zugelassen?“ Gott ist kein zulassender Gott, er ist auch nicht Weltpolizeipräsident. Was wir Menschen auf dieser Erdkugel erledigen müssen, sollten wir nicht auf ihn abwälzen: Frieden halten, Morden lassen, Hässliches lieben. Vieles, was ihm in den Psalmen zugeschrieben wird, scheint mir fragwürdig. Nie aber ist mir der Schöpfergott fragwürdig, dem ich immer dankbar bin.

                                     Bis bald, Ihr Blogger 84

 Womit Sie nicht

angeben können:

Meine Hose von Ikea
Die blauen Trauben von Hewlett-Packard
Mit dem Haargeel von Sony
Mit dem Schnee von gestern
Mit Laubsägearbeiten von Daimler-Chrysler

 

München, am Dienstag, den 5.Dezember 2006, 17 Uhr 30

Mein Tod

vor dem Tod: Wenn mich mein Humor verlassen sollte.

                                       Bis bald, Ihr Blogger 84

 

München, am Montag, den 4. Dezember 2006, 17 Uhr 30

Wer sein Geschirr

in die Waschmaschine packt, kriegt ein Konzert gratis.

Bis bald, Ihr Blogger 84

 

München, am Sonntag, den 3. Dezember 2006, 17 Uhr 30

Rückblick

auf ein langes Leben: Ich durfte spielen.

Bis bald, Ihr Blogger 84

 

 München, am Samstag, den 2. Dezember 2006, 17 Uhr 30

In dem Moment,

in dem Einer weiß, was die Liebe denn sei, hat er sie verloren.

Bis bald, Ihr Blogger 84

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