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März 2006

München, am Mittwoch, den 15. März 2006, 17 Uhr 30

Diese Halbsekunde

Unaufmerksamkeit, die das Auto diesen etwas gefährlichen Schlenker machen lässt. Wann muss ich meinen Führerschein abgeben? Ich sage zu meinen Mitfahrern immer wieder: sie sollen mich aufmerksam machen, wenn sie finden, dass ich schlechter und unaufmerksamer fahre als früher. Bisher noch keine ernsthaften Warnungen. Könnte natürlich auch rasend schnell zu spät sein. Ich denke doch, dass ich ein recht guter Autofahrer war. Wie lange noch?

                                       Bis bald, Ihr Blogger 84

  

München, am Sonntag, den 5. März 2006. 17 Uhr 30

Manchmal

rutscht man in völlig fernliegende Situationen: Steht an einem Flussufer und ruft nach dem Fährmann. Nein, eine Flüstertüte, wie sie Regisseure bei Massenszenen im Film haben, die gibts doch noch gar nicht in den alten Zeiten. Es gibt nur die eigene Stimme und die Hoffnung, dass der Fährmann gute Ohren hat. Ein schwerhöriger Fährmann wäre eine sehr dumme Sache. Der wäre ja berufsuntauglich. Und der Wind möge nicht alles verschlucken. Aber vielleicht ist es windstill. Späte Dämmerung, schon ziemlich dunkel. Oder noch nicht hell. Also, morgens ist besser als abends, weil morgens voller Hoffnung auf Tag und Helligkeit ist. Aber wir wollen es ja spannend: Nehmen wir also an, es sei abends. Hört der Fährmann? Hört er nicht? Will er nicht hören? Hat er heute schon genug Geld verdient? Also vor der Glotze sitzt er jedenfalls nicht. Hat er ne Frau? Eigenartige Situation: in der Dunkelheit am Flussufer stehen und rufen, immer lauter. Sehr einsam. Nein, die große Stille ist nicht ausgebrochen. Das Fließwasser gurgelt ja deutlich, plätschert. Wenn der Fährmann in den Kahn steigt und die Ruder ins Wasser taucht, das kann man gar nicht hören, sehen schon gar nicht. Doch: der Fährmann hat eine Tranfunzel an Bord und ist auf dem Weg zu mir. Mein Rufen erstirbt…

                                       Bis bald, Ihr Blogger 84 

 

München, am Donnerstag, den 2. März 2006, 17 Uhr 30

Also, da ist ein Vorfahre,

der heißt Bratfisch. Der war Cellist, in Berlin. Wie kommt denn Einer zu dem Nachnamen Bratfisch? Gibt eine Erklärung: Der Mann war Jude, kam aus Osteuropa nach Berlin und hatte keinen ordentlichen Nachnamen. Reiche Juden kauften sich dann Namen wie Silbermann oder Ehrenberg. Die armen mussten sich mit Pinkel oder Bratfisch begnügen. AberAberAberAber: ich musste doch bei den Nazis meinen Ariernachweis erbringen (scheußliches Verb). Konnte denn da ein Jude durchschlüpfen? Leute, das wollen wir mal gar nicht so genau untersuchen. Ich wäre stolz, in meiner Ahnengalerie einen Juden zu haben, noch dazu einen Cellisten.

                                       Bis bald, Ihr Blogger 84 

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