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EINE LEHRTE IHN GANZ, WAS LIEBE SEI…

Hölderlin in der Schule der Diotima

Charlotte und Peter Podehl auf Spurensuche

Teil 1

Charlotte:

Ein Weib in Frankfurt hatte tiefe, unendliche Folgen auf sein Werk gehabt. Menschen, die ihn nicht fassten, machten ihn traurig. Eine lehrte ihn ganz, was Liebe sei.

Peter:

Das notiert am 9. März 1893 Georg Friedrich Kessler, ein in Berlin als Hauslehrer tätiger, literarisch interessierter Schwabe nach einem Gespräch mit einem Freund Hölderlins, bei einem Glas Tee, später tranken sie dann Punsch.

Charlotte:

Eine lehrte ihn ganz, was Liebe sein.

Peter:

Wer war diese eine? Sie hieß Susette Gontard, war Bankiersgattin in Frankfurt am Main, junge Mutter von vier Kindern, deren Hauslehrer Hölderlin war.  Sie schrieb ihm nach der gewaltsamen Trennung, von der noch ausführlich die Rede sein wird:

Charlotte:

Wir werden uns morgen nicht sehen, teuerstes Herz! Wir müssen uns gedulden und auf bessere Zeiten warten. Wie es mich schmerzt, das ich dir nicht mündlich sagen kann, wie sehr ich dich liebe, ist unbeschreiblich. Liebe du mich auch immer, treu, wahr und warm, und lass das unerbittliche Schicksal mir nichts rauben.

Denke nur nicht Lieber! Dass das Schicksal unserer Liebe mich empören oder gänzlich niederdrücken möchte. Ich weine wohl oft bittre, bittre Tränen, aber eben diese Tränen sind es, die mich erhalten. Solange du lebst, mag ich nicht untergehen. Fühlte ich  n i c h t  mehr, wäre die Liebe aus mir verschwunden, und was wäre  m i r  das Leben ohne Liebe, ich würde in Nacht und Tod hinabsinken. Solange Du mich liebst, kann ich mich nicht verschlimmern, Du hältst mich empor und führest mich den Weg zur Schönheit! Habe Glauben an mich und baue fest auf mein Herz. So lebe denn wohl, bestes,  teuerstes Herz, und denke wie ich, dass unser liebstes innerlichstes Wesen unveränderlich sich gleich bleiben und sich angehören wird.

Nächsten Monat wirst du es wohl wieder wagen, Du kannst dann vielleicht durch Hegel hören, ob ich wieder allein bin.

Peter:

Eine Liebesgeschichte, tragisch, weil jede Hoffnung auf Erfüllung so niederschmetternd gering ist. Alle Sehnsucht, alle erotische Energie fließt in Briefe, die heimlich befördert und gelesen werden. Die flüchtigen Stelldicheins schüren die verzehrende Glut, es ist nicht möglich, ein offenes Feuer zu entfachen.

Aus einem Briefentwurf Hölderlins an Susette; er übersendet ihr seinen soeben im Druck erschienenen Roman HYPERION:

Charlotte:

Hier unseren Hyperion, Liebe. Ein wenig Freude wird diese Frucht unserer seelenvollen Tage Dir doch geben. Verzeih mirs, dass Diotima stirbt. Du erinnerst dich, wir haben uns ehmals nicht ganz darüber vereinigen können. Ich glaubte, es wäre, der ganzen Anlage nach, notwendig. Hätte ich mich zu deinen Füßen nach und nach zum Künstler bilden können, in Ruhe und Freiheit, ja ich glaube, ich wäre schnell geworden, wonach in allem Leiden mein Herz sich in Tränen und am hellen Tage und oft in schweigender Verzweiflung sehnt.

Es ist himmelschreiend, wenn wir denken müssen, dass wir beide mit unseren besten Kräften vielleicht vergehen müssen, weil wir uns fehlen. Deine Krankheit, Dein Brief – es trat mir wieder, so sehr ich sonst verblinden möchte, so klar vor Augen, dass Du immer, immer leidest, und ich Knabe kann nur weinen darüber.

Immer habe ich die Memme gespielt, um Dich zu schonen, hab immer getan, als könnt ich mich in alles schicken, als wäre ich so recht zum Spielball der Menschen und Umstände gemacht und hätte kein festes Herz in mir, das treu und frei für sein Bestes schlüge. Du auch, immer hast Du hast gerungen, Friedliche! Um Ruhe zu haben, hast mit Heldenkraft geduldet, und geschwiegen, was nicht zu ändern ist; dieser ewige Kampf und Widerspruch im Innern, der muss Dich freilich langsam töten, und wenn kein Gott ihn da besänftigen kann, so hab ich keine Wahl, als zu verkümmern über Dir und mir, oder nichts mehr zu achten als Dich und einen Weg zu Dir zu suchen, der den Kampf uns endet.

Ich hab schon gedacht, als könnten wir auch von Verleugnung leben, als machte vielleicht auch dies uns stark, dass wir entscheiden der Hoffnung das Lebewohl zu sagen,

Peter:

Komma, damit bricht der Briefentwurf ab. Hölderlins Originalbriefe an Susette Gontard sind nicht erhalten. Ziemlich sicher hat man sie nach ihrem Tod als Skandalon der Familiengeschichte vernichtet.

Was weiß man so gängigerweise über diesen Friedrich Hölderlin? Ich versuche mal eine Pauschal-Antwort, als hätte ich mich nicht wochen- und monatelang mit diesem Thema befasst: Großer deutscher Dichter, in geistiger Umnachtung gestorben, in einem Turmzimmer in Tübingen, Klassiker, Gedichte, meist hymnischer Art, nicht immer leicht zu verstehen, Drama EMPDEOKLES, Übersetzungen der Tragödien des Sophokles, Roman HYPERION, darin dieses aufregende Gedicht, diese poetische Gegenüberstellung göttlicher und menschlicher Existenz:

Charlotte:

HYPERIONS SCHICKSALSLIED

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksalslos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Peter:

Wer war der Mann, der die deutsche Sprache mit solchen Versen und Rhythmen so reich aufblühen ließ? Ein Aspekt seines Schicksals prägt ihn schon vor seiner Geburt.

Charlotte:

Die Mutter hatte bei der Eheschließung ein Gelübde abgelegt: Wenn das erste Kind ein Sohn wird, dann soll er Pfarrer werden.

Peter:

Es wird ein Sohn. Sein Verhältnis zur Mutter bleibt, letztlich durch dieses Gelübde, bis an ihrer beider Lebensende belastet.

Charlotte:

Am 20. März 1770 kommt in Lauffen am Neckar, kleine 50 Kilometer nördlich von Stuttgart Johann Christian Friedrich Hölderlin zur Welt, die Mutter ist Pfarrerstochter, der Vater Klosterhofmeister.

Peter:

Das Wort „Kloster“ signalisiert hier keine katholische Institution. Friedrich Hölderlin – der Name leitet sich her vom Holunder – wird hineingeboren in die festgefügte Welt des schwäbischen Protestantismus, in seiner Ahnentafel wimmelt es von Pastoren, Dekanen, Prälaten, Professoren, kirchlichen Beamten.

Charlotte:

In seiner Ahnentafel ist auch verzeichnet, dass er mütterlicherseits abstammt von der, wie man sie nannte, „schwäbischen Geistesmutter“, Regina Bardili; durch die ist Hölderlin um fünf Ecken verwandt mit Mörike, Schelling, Hegel und Uhland.

Peter:

1772, Hölderlin ist zwei Jahre alt: –

Charlotte:

Der Vater stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls. Zwei Jahre später heiratet die Mutter wieder. Umzug der Familie nach Nürtingen, wo der Stiefvater, Johannes Gok, Bürgermeister wird.

Peter:

1779, Hölderlin ist neun Jahre alt: –

Charlotte:

Der Stiefvater stirbt an den Folgen einer Rettungsaktion im vom Hochwasser überschwemmten Nürtigen. Die Stadt liegt an der heute im Auto-Atlas sogenannten Schwäbischen Dichterstraße unweit Stuttgart.

Peter:

1784, Hölderlin ist 14 Jahre alt: –

Charlotte:

Einzug in die Niedere Klosterschule Denkendorf.

Peter:

Auch dies eine erzprotestantische Institution, in der es streng herging. Eine Anweisung an die Schüler lautet:

Charlotte:

Das Lesen schädlicher Bücher und Romane ist bei Karzerstrafe verboten.

Peter:

Hätte Hölderlin also dort Goethes zehn Jahre zuvor erschienenen Werther gelesen, wäre er in den Karzer gewandert, ins Schulgefängnis…

1786, Hölderlin ist 16 Jahre alt: –

Charlotte:

Einzug in das Kloster Maulbronn.

Peter:

Eine Art von theologischem Gymnasium.

1788, Hölderlin ist 18 Jahre alt: –

Charlotte:

Einzug in das berühmte Tübinger Stift, unerlässlich für einen angehenden Gottesdiener im Schwabenland. Das Stift ist eine theologische Hochschule, die auch Hölderlins Freund Hegel besuchte, und Schelling und viele bekannt gewordene Schwaben; Generationen vor Hölderlin war Johannes Kepler, der spätere weltberühmte Astronom, dort Student.

Peter:

1793, Hölderlin ist 23 Jahre alt: –

Charlotte: Abschlussexamen: Hölderlin darf sich fortan Magister titulieren.

Peter:

Nichts steht mehr dem sehnlichen Wunsch der Mutter nach einer Pastorenlaufbahn im Wege. Aber der Sohn ist spröde, er sträubt sich, wie er schreibt: –

Charlotte:

– in der Galeere der Theologie seufzen zu müssen.

Peter:

Schon lange hat er angefangen zu schreiben, hauptsächlich Lyrik, Hymnisches, er ist ehrgeizig, ja ruhmsüchtig: –

Charlotte:

Mich reizt der Lorbeer – Ruhe beglückt mich nicht.

Peter:

Er will auf keinen Fall sofort seinen Dienst antreten als Vikar bei einem Landpfarrer rings um Stuttgart, denn die hatten meistens eine Tochter. – Na und? Ja, solche Stellen wurden gelegentlich ausdrücklich mit dem Hinweis ausgeschrieben: –

Charlotte:

– dass nur ein solcher, der das Mädchen heuratete, den Dienst bekommen sollte.

Peter:

Und wo das nicht ausdrücklich erwähnt war, wurde es stillschweigend erwartet. Nein, schrieb Hölderlin, –

Charlotte:

– eine solch innige Verbindung mit einem Wesen zu wagen, das wir im Leben vielleicht mit keinem Auge gesehen, oder auch bei gelegentlicher Ansicht wahrscheinlich doch wohl nicht als das Einzige betrachtet hätten, womit wir einen Bund aufs ganze Leben schließen möchten.

Peter:

Wir wollen nicht hochmütig oder neunmalklug erscheinen: Das waren doch oft sicher sehr hübsche und liebenswürdige Mädchen, und mancher andere hätte  viel darum gegeben, so eine heiraten zu müssen. Aber Hölderlin war eben nicht mancher andere und – er wusste das. Das Stift erlaubte den angehenden Pastoren nach dem Abschlussexamen eine Zeitlang als Lehrer weltlich zu leben.

Schiller, auch ein hochberühmter Schwabe – elf Jahre älter und einigermaßen etabliert – trifft in Ludwigsburg mit Hölderlin zusammen und verschafft ihm eine Hofmeisterstelle bei der ihm befreundeten Charlotte von Kalb in Waltershausen. Dort kommt er am 28. Dezember 1793 an. Hofmeister also, – das mag pompös klingen in unseren Ohren. Aber es bedeutet schlichtweg Hauslehrer, sein Zögling ist Charlottes Sohn, Fritz von Kalb. Als Hofmeister gehört Hölderlin zu den Domestiken, zur Dienerschaft.

Dennoch, er scheint es gut getroffen zu haben in seiner ersten Stellung. Er schreibt der Mutter: –

Charlotte:

Endlich, liebe Mutter! Kann ich den Wunsch, mich mit Ihnen zu unterhalten, einmal wieder befriedigen. Ich bin glücklich, wenn es Ihnen und den Meinigen allen so gut geht wie mir. Ich bin gesünder als je, tue, was ich zu tun habe, mit Lust, und finde für das Wenige, was ich tun kann, eine Dankbarkeit, die ich nie erwarten konnte.

Meine Zeit ist geteilt in meinen Unterricht, in die Gesellschaft mit meinem Hause, und in eigene Arbeiten. Mein Unterricht hat den besten Erfolg. Es ist gar keine Rede davon, dass ich auch nur einmal die gewaltsame Methode zu brauchen nötig hätte; eine unzufriedene Miene sagte meinem lieben Fritz genug, und nur selten braucht er mit einem ernsten Wort bestraft zu werden. Wenn wir in Gesellschaft zusammen sind, wird meist vorgelesen, abwechslungsweise bald von Herrn, bald von Frau Kalb, bald von mir.

Ich werde wahrscheinlich nächsten Winter in Weimar, im Zirkel der großen Männer, die diese Stadt in sich hat, zubringen. Ich werde dort außer meinem Zöglinge noch einen Sohn von dem Konsortialpräsidenten Herder unterrichten, und in dessen Haus logieren. Auch mit Goethe und Wieland will mich Frau von Kalb, die von allen diesen die vertrauteste Freundin ist, bekanntmachen.

Peter:

Aus all diesen hoffnungsvollen Plänen und Weiterungen wurde nichts. Stattdessen nach einem Jahr die Kündigung. Dazu später mehr. Zunächst ein Dokument zum Antritt seiner zweiten Stelle, – für Astrologen wichtig: wiederum am 28. Dezember kommt er zwei Jahre nach der Ankunft in Waltershausen in die große Stadt Frankfurt und als Hofmeister ins weltoffene Haus der Bankiersfamilie Gontard. Sein Zögling heißt Henry und ist acht Jahre alt. Hölderlin schreibt an seinen Bruder:

Charlotte:

… die besten Menschen zu Freunden und an den Kindern dieser Menschen Zöglinge, wie man wohl nicht leicht wiederfinden dürfte. Mit geht es so gut wie möglich. Ich lebe sorgenlos und so leben ja die Götter.

Peter:

Das Götterleben dauert fast drei Jahre und umschließt Hölderlins  große wunderbare, schreckliche, ihn zutiefst prägende, auch zerstörende Liebesgeschichte mit Susette Gontard. Ihr widmen wir uns später ausführlich.

Eine dritte Hofmeisterstelle tritt er Mitte Januar 1801 an in Hauptwil in der Schweiz beim Fabrikanten Gonzenbach. Den Astrologen kann ich nicht ein drittes Mal mit dem 28. Dezember dienen. Aber der 15. Januar bleibt ja noch im Steinbock-Rahmen (was vielleicht astrologischer Unsinn ist). Hauptwil also, im schweizerischen Thurgau, südlich vom Bodensee, halben Weges zwischen Konstanz und St. Gallen. Vor dort schreibt er wieder recht animierte Briefe – am Anfang.

Drei Monate später das Ende. Kein Dokument liefert den genauen Grund für die Kündigung. Von Langeweile ist die Rede, – aber das wäre ja kein ernsthafter Kündigungsgrund, auch davon, dass zwei seiner Schüler nicht, wie vorgesehen, nach Hauptwil kommen und dort wohnen werden. Gonzenbach schreibt ihm ein vorzügliches Zeugnis.

Ein Jahr später geht er zu Fuß zu seiner vierten Hofmeisterstelle, nach Bordeaux, zum Hamburgischen Konsul  und Weinhändler August Meyer. Runde 1000 Kilometer, größtenteils zu Fuß!, im Winter!, vom 10. Dezember bis 28. Januar 1802, wiederum also in der astrologisch relevanten Zeit; eine 40-Tage-Reise – mit 14 Tagen Zwangsaufenthalt wegen Reisepasses in Straßburg. Nach dem äußerst beschwerlichen und gefährlichen Fußmarsch über die tief verschneiten Nordhänge der Auvergne meldet er im ersten Brief aus Bordeaux nach Hause:

Charlotte:

Der Anfang meiner Bekanntschaft, meiner Bestimmung ist gemacht. Er könnte nicht besser sein. „Sie werden glücklich sein“, sagte beim Empfang der Konsul. Ich glaube, er hat Recht.

Fast wohne ich zu herrlich. Mein Geschäft soll, wie ich hoffe, gut gehen. Ich will mich ganz dem widmen, besonders von Anfang.

Peter:

Das Ende kaum ein halbes Jahr später. Wieder ist der Grund nicht recht erkennbar. Angst um Susette?, von der er wusste, dass sie erkrankt war? Wir wollen später darüber spekulieren.

Diese Anfangseuphorien, immer, wenn Hölderlin eine neue Stelle antrat, die Hoffnungen, diese Sehnsucht nach irgendeiner Geborgenheit, die sich nie dauerhaft erfüllte. Ist uns da der große Dichter nicht ganz brüderlich nahe?

Lassen sie mich erzählen vom jeweiligen Ende der Hofmeisterstellen. Waltershausen zunächst, Charlotte von Kalb war Brotgeberin, eine schnell enthusiasmierte Liebhaberin aller Literatur, die um Wielands, Herders, Goethes Interesse warb, Schillern freundschaftlichst zugewandt, später desgleichen dem jungen Jean Paul. Beide haben übrigens ihre Zuwendungen recht schnöde abgewimmelt. Und Hölderlin? Er wich, so scheint es, scheu ihrem Andrängen aus, obwohl in Charlottes geistige Energie beeindruckte.

Die Probleme? Ein Kündigungsgrund ist Hölderlins Zögling, Fritz von Kalb, von dem er im ersten Brief nach Hause noch so angetan war, der sich aber im Fortgang des Jahres als ein widerborstiger, fast als schwer erziehbar einzustufender junger Wilder erweist. Ein anderer vielleicht gewichtiger Kündigungsgrund: Erlauben Sie mir auch und gerade im Zusammenhang mit Hölderlin diese kleine Frivolität: Chercher la femme!

Hölderlin war schön, immer vornehm gekleidet, stattlich groß, und in der Seele trug er das unauslöschliche Geheimnis der Dichterexistent. Ich glaube, dass viele Frauen ihn begehrten und küssen wollten. Und mehr wollten. In einer frühen Biografie heißt es:

Charlotte:

Seine Studienkollegen haben erzählt, wenn er vor Tische auf- und abgegangen, sei es gewesen, als schritte Apoll durch den Saal.

Peter:

Waltershausen, der Ort, wo er seine erste Stelle antrat, war vermutlich ein Kaff, in den östlichen Ausläufern der hessischen Rhön, keine größere Stadt weit und breit – und kein Porsche oder auch nur ein Käfer in der Garage. Aber eine junge Witwe ganz in der Nähe. Er schreibt an seine Schwester:

Charlotte:

Die Gesellschafterin der Frau von Kalb – eine Witwe aus der Lausitz, ist eine Dame von seltenem Geist und Herzen, spricht französisch und englisch und hat soeben die neueste Schrift von Kant bei mir geholt. Überdies hat sie eine sehr interessante Figur.

Peter:

Nun ja – Kant und eine sehr interessante Figur… Man muss wohl Hölderlin heißen und so keusch sein in der Wahl der Worte, um von einer Frau zu berichten, die am Ende des Jahres ein Kind von ihm erwartet und deshalb von Schloss Waltershausen verschwinden muss. Es gibt kein absolut stichhaltiges Dokument über diese – übrigens vermutlich einzige – Vaterschaft Hölderlins, die seinem Gewissen offenbar sehr schwer zu schaffen macht, aber es gibt genügend Hinweise, die sie als höchst wahrscheinlich erscheinen lassen. Das Kind verstarb nach einem Jahr.

Und es gibt die ewig puritanische Germanistenriege, die solcherlei Sexualität der großen Dichtern stillschweigend übergeht, die ihren Hölderlin so rein erhalten will wie ihren Goethe, dessen Geliebte Faustina, Kellnerin in Rom, die Gelehrtenwelt nur sehr zögerlich zur Kenntnis nahm.

Es ist also anzunehmen, dass diese Affaire mit Wilhelmine Marianne Kirst auch ein Kündigungsgrund war. Man trennt sich dennoch in gutem Einvernehmen, auch finanziell wird Hölderlin gut versorgt.

Zwölf Jahre später wäre Frau von Kalb das gar nicht mehr möglich gewesen. Erlauben Sie mir diesen kleine Exkursus in die damalige Adelswelt: Charlotte von Kalb verarmte völlig durch die tollkühnen, aber ruinösen Spekulationen und Machenschaften ihres Schwagers Johan August, auch er ein von Kalb. Charlottes Mann, Heinrich von Kalb, versuchte in München, einiges Vermögen zu retten. Als das misslang, nahm er sich das Leben. Die Witwe, arm wie eine Kirchenmaus, zog nach Berlin, wo sie einen bescheidenen Handel mit Schokolade und Tee aufmachte und die mühsam gestichelten Handarbeiten ihrer fleißigen Tochter verkaufte. Die Tochter Rezia wurde zum Glück Hofdame mit Dienstwohnung im Berliner Schloss, in die sie ihre Mutter aufnehmen durfte.

Charlotte las den Hyperion und wollte die Verbindung mit Hölderlin wieder aufnehmen, aber der Dichter blieb spröde.

Nicht ohne Rührung liest man ein Dokument, wonach die 82jährige Charlotte von Kalb an ihrem Todestag im Mai 1843 eine bedeutende Würdigung Hölderlins in einer Kölner Zeitung – er wird da Goethe und Schiller gleichgestellt – mit großer Freude zur Kenntnis nahm; lesen konnte sie sie nicht, denn sie war fast erblindet. Drei Wochen später starb auch Hölderlin. Zurück nach Waltershausen, fast 50 Jahre früher, im Dezember 1794 schriebt Frau von Kalb an Schiller:

Charlotte:

Ihre Güte für ihn kann sehr viel tun. – Suchen Sie ihm auch leichte Arbeiten zu verschaffen, die auf schleunige Art seinen Unterhalt erleichtern, und ihn von Sorgen befreien. Ruhe, Selbstgenügsamkeit und Stetigkeit werde doch endlich dem Rastlosen. Er ist ein Rad, welches schnell läuft.

Peter:

Hölderlin war auch ein sehr schneller Dichter, so sonderbar das vielleicht klingen mag. Er hat den so schwer zu haltenden Einfall mit größter Schnelligkeit zu Papier gebracht. Mozart war ein sehr schneller Komponist. Man hat ausgerechnet, dass ein Notenkopist, der alle Werke Mozarts kopieren müsste, dies kaum in einem ganzen Erdenleben schaffen könne; Mozart starb 36jährig.

Hölderlin geht von Waltershausen nach Jena, hört Vorlesungen, insbesondere beim berühmten Fichte. Schiller druckt eine erste Fassung seines Romans HYPERION in seiner Zeitschrift „Thalia“, das später sogenannte Thalia-Fragment. Aus Jena schreibt Hölderlin an einen Freundvon seiner ersten, recht verunglückten Begegnung mit dem Riesen von Weimar.

Charlotte:

Auch bei Schiller war ich schon einigemale, das erstemal nicht eben mit Glück. Ich trat hinein, wurde freundlich begrüßt, und bemerkte kaum im Hintergrund einen Fremden, bei dem keine Miene, auch nachher lange kein Laut etwas Besonderes ahnen ließ. Schiller nannte mich ihm, nannte ihn auch mir, aber ich verstand seinen Namen nicht. Kalt, fast ohne einen Blick auf ihn begrüßte ich ihn und war einzig im Innern und Äußern mit Schillern beschäftigt. Der Fremde sprach lange kein Wort. Schiller brachte die Thalia, wo ein Fragment von meinem Hyperion und mein Gedicht an das Schicksal gedruckt ist, und gab es mir. Da Schiller sich einen Augenblick darauf entfernte, nahm der Fremde das Journal vom Tisch, wo ich stand, blätterte neben mir in dem Fragment und sagte kein Wort. Ich fühlte es, dass ich über und über rot wurde. Hätte ich gewusst, was ich jetzt weiß, ich wäre leichenblass geworden. Er wandte sich darauf mir zu, erkundigte sich nach der Frau von Kalb, nach der Gegend und den Nachbarn unseres Dorfes, und ich beantwortete das  alles so einsilbig, als ich vielleicht selten gewohnt bin. Aber ich hatte einmal meine Unglücksstunde.

Schiller kam wieder, wir sprachen über das Theater in Weimar, der Fremde ließ ein paar Worte fallen, die gewichtig genug waren, um mich etwas ahnen zu lassen. Aber ich ahndete nichts. Der Maler Meyer aus Weimar kam auch noch. Der Fremde unterhielt sich über manches mit ihm. Aber ich ahndete nichts. Ich ging und erfuhr am selben Tage im Klub der Professoren, was meinst Du? Dass Goethe diesen Mittag bei Schillern gewesen sei. Der Himmel helfe mir, mein Unglück und meine dummen Streiche gut zu machen, wenn ich wieder nach Weimar komme. Nachher speiste ich bei Schiller zu Nacht, wo dieser mich so viel wie möglich tröstete, auch durch seine Heiterkeit und Unterhaltung, worin sein ganzer kolossalischer Geist erschien, mich das Unglück, das mir das erstemal begegnete, vergessen ließ. Das nächste Mal mehr von Jena.

Peter:

Schiller ist damals kein einsamer Dichter mehr, der am Federkiel kaut. Er ist vielbeschäftigter Redakteur und Professor. Und er wird sich später blamieren diesem Hölderlin gegenüber, wenn er dessen Gedichte mit roter Tinte korrigiert, wenn er ihn und den wunderbaren Jean Paul abfällig als „Leutchen“ tituliert. Und wenn er noch später Hölderlins Bitten um Mitarbeit an einer geplanten Zeitschrift abweist oder gar nicht beantwortet, sehr zum Leidwesen des armen Bittstellers Hölderlin – der übrigens materiell so arm nicht gestellt war, ihm stand einiges aus dem Erbe des Vaters zu, das die Mutter verwaltete.

Harter Schnitt, Sprung nach Bern, zum Bankierssohn Ludwig Zeerleder,  der das Thalia-Fragment vom Roman HYPERION eines ihm unbekannten Dichters namens Friedrich Hölderlin eigenhändig abschreibt. Warum denn das? Weil er sich unbändig verliebt hat in Susette Gontard, Gattin des dem schweizerischen Bankhaus Zeerleder verbundenen Bankiers Gontard. Ich meine, er hätte ja ein weiteres Exemplar der Zeitschrift „Thalia“ kaufen oder ihr schicken können, – aber nein, gerade darin liegt ja seine Liebestat: er schreibt den ganzen Text ab, der seine Gefühle so deutlich und zugleich so verschleiert spiegelt und schickt ihn der Angebeteten, die er so hoffnungslos liebt … Anfang 1795.

Es gibt übrigens eine Briefstelle Hölderlins, in der er ganz klar und heiter ausspricht, dass er den Roman der Damen wegen schreiben will, die mit seinen hymnischen Gedichten nicht so viel anfangen können:

Charlotte:

Ich fand bald, dass meine Hymnen mir doch selten in dem Geschlecht, wo doch die Herzen schöner sind, ein Herz gewinnen werden, und die bestärkte mich in einem Entwurfe eines griechischen Romans.

Peter:

Die Spekulationen gingen auf. Der Roman gewann ihm viele Frauenherzen. Susette Gontard erhielt also das für sie mit verliebter Hand abgeschriebene Hyperion-Fragment Anfang 1795. Als am Ende des Jahres der neue Hofmeister Magister Hölderlin in Frankfurt bei eben dieser Susette Gontard über die Schwelle tritt, da ist er für die Dame des Hauses nicht nur der neue Hauslehrer für ihren achtjährigen Sohn Henry, sondern sie begrüßt auch den Dichter des HYPERION-Fragments, das ihr ein Jahr zuvor auf so liebevolle Weise nahegebracht worden war. Später schreibt Hölderlin in die endgültige Fassung des HYPERION, in das Exemplar, das er ihr schenkt:

Charlotte:

Eh‘ eines von uns beiden wusste, gehörten wir uns an.

Peter:

Magister Hölderlin hat aus Anlass der neuen Stellung in Frankfurt kräftig investiert, 125 Gulden ausgegeben für neue Kleider, neue Schuhe im neuen Koffer, ein neuer Pelzrock.

Und in kürzester Zeit eine neue Liebe. Eine? Nein, die einzige Liebe seines langen Lebens, die wirklich wog. Susette, deren Ehe nach der Geburt der vier Kinder in der allgemein üblichen Konventionalität verkrustete und verdämmerte, Susette erwiderte diese Liebe aus tiefster Seele, ja, sie ermunterte Hölderlin dazu; es fiel ihr nicht schwer, mit ihrem Herzen von der ihr schon bekannten Dichtung zum Dichter zu fliegen. Hölderlin schreibt nach einem halben Jahr an seinen Freund Neuffer, völlig verzaubert und hingerissen:

Charlotte:

Ich bin in einer neuen Welt. Wie konnte ich wohl sonst glauben, ich wisse, was gut und schön sein, aber seit ich’s sehe, möchte ich lachen über all‘ mein Wissen. Lieber Freund! Es gibt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann und wird. Lieblichkeit und Hoheit, und Ruh und Leben, und Geist und Gemüt und Gestalt ist ein seliges Eins in diesem Wesen. Du kannst mir glauben, auf mein Wort, dass selten so etwas geahndet, und  schwer gefunden wird in dieser Welt. Du weißt ja, wie ich war, wie mir Gewöhnliches entleidet war,  weißt ja, wie ich ohne Glauben lebte, wie ich so karg geworden war mit meinem Herzen, und darum so elend. Ich wäre in der Hälfte meiner Tage zum alten Manne geworden. Konnt‘ ich werden, wie ich jetzt bin, froh, wie ein Adler, wenn mir nicht dies, dies Eine erschienen wäre, und mir das Leben, das mir nichts mehr wert war, verjüngt, gestärkt, erheitert verherrlicht hätte mit seinem Frühlingslichte?

Mein Schönheitssinn orientiert sich ewig an diesem Madonnenkopfe. Vielleicht gelingt es mir hie und da, einen Teil ihres Wesens in einem glücklichen Zuge zu bezeichnen, und da soll Dir keiner unbekannt bleiben. Aber es muss eine festliche, durchaus ungestörte Stunde sein, wenn ich von ihr schreiben soll. Post scriptum: Ich reise heute noch nach Hamburg ab, wegen der Kriege.

Peter:

Die französische Armee rückt im Juli 1796 auf Frankfurt vor. Ein Zeitgenosse, ein Frankfurter Bürger Samuel Gottlieb Finger notiert:

Charlotte:

Schon waren heut bis Nachmittag die Franzosen bis Königsstein vorgerückt, von woher wir heute eine fürchterliche Kanonade hörten. Es geriet alles vollends in die größte Bestürzung. Man flüchtete, man packte alles, was man konnte. Das Gedränge der Wagen, Kutschen und so weiter hatte kein Ende und alles sah mit Furcht den Augenblick kommen, der uns der Gewalt unseres Feindes überlieferte.

Peter:

Der Bankier Gontard schickt Frau, Mutter, Schwester, Kinder, Hofmeister, Gesellschafterin, neun Personen in zwei Kutschen nach Hamburg, woher Susette stammt. Für sie und Hölderlin die gänzlich unverhoffte Reise ins Glück der Intimität. Nie erreichen sie Hamburg. Sie bleiben einige Zeit in Kassel und durchstöbern die dortigen Museen. Einige von der Gontardschen Familie fahren zurück nach Frankfurt, die anderen – Hölderlin, Susette und die Kinder – fahren nach Bad Driburg im Westfälischen. Von dort schreibt Hölderlin keinen einzigen Brief. Der Pächter des Bades – er ist wohl auch der Wirt des Hotels – berichtet Ende August seiner Frau:

Charlotte:

Hier ist alles vorbei, und die paar Leute, die noch hier sind, werden in den nächsten Tagen abgehen. Nur die Gontardsche Familie wird hier auf unbestimmte Zeit bleiben. Man sieht sie fast gar nicht. Sie bleiben auf ihren Zimmern, eine Anekdote davon mündlich.

Peter:

Ein leicht anzüglich erotische Anekdote doch wohl ganz gewiss. Anfang Oktober kehren sie nach Frankfurt zurück, das seit etwa einem Monat nicht mehr zum gefährdeten Kriegsgebiet gehört. Im Jahr darauf schreibt Hölderlin seine ODE –

Charlotte:

An die Parzen
Nur   E i n e n  Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und  e i n e n  Herbst zu reifem Gesange mir,
Dass williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.
Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen:
Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinab geleitet;  e i n m a l
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarf‘s nicht.

Peter:

Zwei weitere Jahre sollten sie einander angehören dürfen.

Susette wird für Hölderlin zur Diotima, der weiblichen Hauptfigur seines Roman HYPERION, der zu großen Teilen in diesen Frankfurter Jahren entsteht. Den Namen Diotima gab er seiner Geliebten nicht grundlos. Das Lexikon der Antike weiß von Diotima:

Charlotte:

Priesterin aus Mantinea. Bei Platon im Symposion, dem Gastmahl, berichtet Sokrates, er sei durch Diotima zum wahren Eros und zur Schau der Ideen geführt worden. Die Rede über den Aufstieg der Theorie ist Diotima in den Mund gelegt. Von diesem Anstoß aus ist der Höhepunkt des Symposions zum literarischen Kunstwerk gestaltet. Aus der Platon-Lektüre hat Hölderlin die Gestalt der Diotima übernommen.

Peter:

Diotima lehrte also Sokrates, was es denn mit diesem Eros auf sich hatte, der halb ein Gott ist, halb ein Sterblicher, ein Dämon jedenfalls. So kann Hölderlin seinem Freund Neuffer berichten:

Charlotte:

Mein Verstand geht bei ihr in die Schule, ich bin auf dem Weg, ein recht guter Knabe zu werden.

Peter:

Diotima – mit dieser Namensgebung hat Hölderlin sich in die Rolle des Schülers begeben, dabei ist Susette nur ein Jahr älter als er. Aber wie erkennt Hölderlin in schöner Demut und ohne die geringsten Unterlegenheitsgefühle in ihr seine Lehrmeisterin, nicht etwa nur in Sachen des Herzens und der Seele, sondern auch und gerade in Verstandesdingen. Und wohl auch erkennend, wie sehr solch eine Lehrerin solch eines Schülers bedarf. Die Frau, die mehr weiß als Sokrates.

Susette war übrigens gar nicht einverstanden, dass die Diotima des Romans stirbt. Er schreibt, wie wir schon anfangs zitierten, in einem Brief:

Charlotte:

Verzeih mirs, dass Diotima stirbt. Du erinnerst dich, wir haben uns ehemals nicht ganz darüber vereinigen können. Ich glaubte, es wäre der ganzen Anlage nach, notwendig.

Peter:

Bald genug wird die Wirklichkeit den Roman einholen. Zunächst aber sind die Jahre 1797 und 1798 Jahre großen Glücks, in das sich jedoch, je länger je mehr, mancherlei Bitterkeit einnistete. Diese Liebe hatte keine Zukunft, Hölderlin konnte sich anstrengen, wie er wollte – er war wie gesagt als Autor sehr produktiv, er veröffentlichte und wurde als Dichter zunehmend anerkannt. Aber er blieb Hofmeister, der, um nicht mit der übrigen Dienerschaft Abend essen zu müssen, sich mit einem Glas Tee und einem Stück Obst auf sein Zimmer zurückzog, der sich die Fingernägel lang wachsen ließ, um seinen sozialen Status auszuweisen: Seht her, ich bin kein Handarbeiter, sondern ein Mann des Geistes; aber auch damit wurde er noch lange kein Herr der Gesellschaft, der die geliebte Susette voll und ganz angehörte. Wer weiß, zu welchen Abenteuern sie bereit gewesen wäre, – aber ihre vier Kinder zu verlassen, das lag jenseits jeglichen denkbaren Abenteuers.

Beiderseits ist das Verhältnis aussichtslos. Sie dachten an Trennung, sie sprachen von Trennung, voller Bangen im Herzen. In vier Zeilen bedichtete Hölderlin das ganze Dilemma:

Charlotte:

Trennen wollten wir uns, wähnten es gut und klug;
Da wir‘s taten, warum schreckte uns, wie Mord, die Tat?
Ach! Wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

PAUSE

Hölderlin Teil 2

Peter Podehls Klappentext hierzu

 

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