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schreibt PP  am 7.12.1959

DIE TRIOLE AUF DEN ZWEI ACHTELN

Ein Film von Peter und Charlotte Podehl
nach einer Idee von Stefan Moses

Kamera Albert Ammer

Wir alle kennen das: Sommer, Sonntagvormittag, aus einem offenen Fenster Klaviermusik. Im ganzen Haus tut jeder das, wozu er im Wirbel der Wochentage nicht kommt, begleitet von der gedämpften Musik.

So weit, so gut. Aber in der Sonate kommt eine Triole auf zwei Achteln vor, eine knifflige rhythmische Finesse für einen Klavier spielenden Oberschüler. Wer kann das schon: mit dem linken Bein Walzer tanzen und gleichzeitig mit dem rechten marschieren?

Es geht nicht beim ersten Anlauf, es geht nicht beim zweiten. Der Jungen übt, verbissen, laut, verzweifelt, und mit einem mal geht alles schief im ganzen Haus: Der Braten brennt an, die Sammeltasse geht kaputt, das Baby schreit, die jungen Hunde und die Kinder raufen, man sticht sich in den Finger. Wir alle kennen das.

Aber das Leben geht weiter, und alles muss wieder in Ordnung gebracht werden, begleitet von der noch einmal begonnenen Sonate. Diesmal wird die Hürde mit der Triole auf den zwei Achteln glatt bewältigt. Wir alle kennen das…

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