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Zurück zu Die Höhlenkinder

Aus Peter Podehls Tagebuch zu den Höhlenkindern

9. Sept. 1961
“Wir drehen jetzt nur nachmittags, weil die Ferien zu Ende sind. Die Höhle ist noch einmal eine mächtige Anstrengung, schwer auszuleuchten und dauernd muss man darauf achten, dass die notwendige Zeit zusammenkommt.”

10. Sept. 61
“Ein kleiner Status der Arbeit scheint notwendig. DIE HÖHLENKINDER werden in zehn Tagen abgedreht sein. Sie sind viel besser geworden, als ich je erwartet habe. Selten ist wohl eine 5-Stunden-Produktion mit so mangelhafter Vorbereitung angegangen worden. Man denke: Von den Hauptdarstellern stand Claudia fest und zur Verfügung, der einzige Junge, den wir nach kurzem Anschauen genommen haben, ist Götz Burger. …

Das ganze ist völlig entniedlicht worden, muss auch jetzt bei den Innenaufnahmen in der Höhle härter gemacht werden. Uli hat da beim Schreiben märchenhafte Züge anbringen wollen, die ganz  und gar unstatthaft sind. So wollte er die Kleider in der Ölschiefermühle zerschneiden zu Phantasiekostümen… Nun haben sie Wehrmachtssachen an, die gut und zugleich rührend sind.  Viele Dinge sind ohne Zutun stark geworden, ohne Drücker, ohne Absichtlichkeit. Alles ist so fremd und arm, dass man fast schon aufpassen muss, dass es nicht zu mitleiderregend ist.”

22.Okt 61
“Höhlenkinder gesehen: es fehlen 18 Minuten

Wir – Wisbeck, Uli, Bachmaier und Rohr waren recht zufrieden. Filme ganz eigener Art, knallrealistisch, dennoch von persönlichem Zauber, ich bin selbst ein bisschen erstaunt darüber. Es ist nichts gesucht Hartes, nichts gesucht Armes dran, es ist dennoch zuweilen sehr mitleiderregend, gerade weil die Kinder heiter sind. Ich habe Charlotte sehr viel zu verdanken, denn ich wollte diese Filme nicht machen. Ganz eigenartig, dass man dann eine Handschrift doch noch auf so sprödes Papier kriegt.”

22. November 62
“Sowas von Panne bei der ersten Höhlenkindern! Ich zeichne in Rath-Hunnar auf, komme kurz nach Sendebeginn in die Gaststätte: Da läuft der Ton vom ersten Film, das Bild vom zweiten. Da dieses Bild ein Riesenschwenk ist, hält man es für Bild mit Kommentar. Diesen spreche ich im ersten Film im Bild. Ich dachte ich platze. Kralowitz isst ruhig ein Käsebrot, ich jage ihn zum Telefon. Beim Sender hatte man es schon bemerkt, legte nun den zweiten Film wieder ein  und ließ ihn nach entschuldigender Ansage wieder abfahren. Neuer Anruf, neues Stör-Dia. Endlich fuhr der erste Film mit dem richtigen Ton ab.”

© Peter Podehl

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