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schreibt PP:

“AHIMEH”
Ein Fernsehfilm nach dem gleichnamigen Buch von Eva Rechlin

Ahimeh Thomas Schmidt
seine Brüder:
Masur: Gernot Duda
Josia: Mourali

sein Vater: Hamda
Tosai: Ale el Mekki
Jiska: Claudia Bortfeld
Ram, deren Bruder: Vincent Philippe
u.v.a.

Produktion Schonger Film

Kamera: Toto M Sikha
Drehbuch und Regie: Peter Podehl

Der Film, dessen Handlung im Palästina der Zeitenwende spielt, entstand im November 1961 in Tunesien mit einer Reihe von tunesischen Darstellern und einem vorwiegend tunesischen Aufnahmeteam. Aufnahmeorte waren Sousse, ein Dorf in dessen Nähe, die Oase Chenini bei Gabes und die Oase Douze am Rande der Sahara.

Zum Inhalt

Im alten Palästina, zur Zeit, als der Prophet Jesus von Nazareth in Galiläa predigte, zog ein junger bescheidener Handelsmann namens Ahimeh seiner Wege, immer wieder mit Oliven von Hebron nach Jerusalem und mit Ölkuchen von Jerusalem nach Hebron zurück.

Eines Tages läuft ihm in einem kleinen verlassenen Palmenhain eine Wildeselin zu. Ein überraschendes Ereignis, denn Wildesel sind sonst ganz und gar menschenscheu und störrisch. “Ija” nennt Ahimeh das Tier, und es folgt ihm nach Hebron und wird bald sein treuer Begleiter.

Vielerlei erlebt er mit dem Tier. Hirten rauben es ihm, der Wasserhändler bringt es ihm wieder. Er verliert und gewinnt Freunde und Feinde, Liebe und Tod kreuzen seinen Weg. Zuweilen hört er von den Reden des Propheten von Nazareth, die ihm seltsam nahegehen.

Eines Tages rastet Ahimeh in einer Herberge in Bethphage, nicht weit vom Ölberg bei Jerusalem. Es ist eine Woche vor dem Osterfest. Seine Eselin hat vor einigen Monaten ein Füllen zur Welt gebracht, das die Handelsreisen geduldig mitmacht, aber seiner Jugend wegen von Ahimeh noch nicht beladen worden ist.

Da kommen zwei Jünger Christi zur Herberge, binden das Füllen los und sagen zu Ahimeh: “Der Herr bedarf sein.” Ergriffen und beglückt kann Ahimeh nur nicken; das so lang verborgen gebliebene Ziel all seiner Wanderungen ist offenbar geworden: Auf seinem Füllen wird Christus  der Herr am Palmsonntag in Jerusalem einziehen.

***

Und Im Januar 1963 schreibt er nochmals, diesmal gegen den veranschlagten Sendeterimin:

Sehr geehrter  …

Der Film schildert das nach außen hin so wenig erfolgreiche Leben eines Jungen und dann jungen Mannes und seiner Eselin Ija, das seine unerwartete Krönung am Palmsonntag findet, als zwei Jünger das Füllen der Eselin  holen, “auf dass die Schrift erfüllet würde”, der Herr nämlich auf einem Füllen in Jerusalem einziehen kann, das noch nie weder Lasten noch Menschen getragen hat. Mit diesem geheiligten Besitzwechsel des Füllens endet der Film.

Wir dürfen bei der Masse der Fernsehzuschauer keine Bibelkenntnisse voraussetzen. Aber bei einer Ausstrahlung am Palmsonntag hätte man vielleicht etwas einfacher auf die biblische Grundlage des Stoffes aufmerksam machen können. Es entsteht, damit Sie mich nicht falsch verstehen, keineswegs ein biblischer Film, aber eine eindeutig christliche Geschichte, oder – wenn man so will – erfundene Biografie, zum Palmsonntag.

Natürlich kann man den Film auch an einem anderen Tag in der Osterzeit einsetzen. Aber der Gründonnerstag ist keinem Bundesland ein Feiertag. Es ist der letzte Wochen- und Arbeitstag vor den 5-Tage-Ferien, die uns der christliche Kalender in jedem Frühjahr beschert. Um 15.00 Uhr an diesem Tag dürfte AHIMEH überhaupt kein Publikum finden.

Es ist kein Kinderfilm. Er kreist in Handlung und Gespräch immer wieder um Leben und Tod, um christliche und heidnische Anschauungen und Verhaltensweisen. Bei aller Heiterkeit, die er in manchen Passagen ausstrahlen mag, ist es ein ernster Film von 90 Minuten Dauer. Wem soll das am frühen Nachmittag des 19. April gesendet werden?

Hinzu kommt – ich will das nicht verschweigen -, dass ich persönlich gern die Früchte all meiner Aufwendungen und Anstrengungen zu diesem anspruchsvollen Film besser placiert gewusst hätte.
….

Kommentar von Claudia:
Dieses Schreiben brachte keinen weiteren Erfolg. Gute Sendezeiten waren natürlich schon damals besonders gefragt und andere haben das Rennen gemacht.

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